Über SD-WAN hinaus: Die nächste Ära der Unternehmensvernetzung
21.07.2026 von Tihana Komadina

Warum die Unternehmensvernetzung zunehmend identitätsorientiert wird
Die Unternehmensvernetzung befindet sich im Wandel.
Die Einführung der Cloud, hybrides Arbeiten, KI und verteilte Betriebsabläufe haben die Art und Weise, wie Unternehmen Daten austauschen und auf Anwendungen zugreifen, grundlegend verändert. Geschäftliche Aktivitäten finden nicht mehr innerhalb klar definierter Unternehmensgrenzen statt. Nutzer arbeiten von überall aus, Anwendungen laufen in mehreren Cloud-Umgebungen, und Daten werden zunehmend zwischen Menschen, Systemen und KI-Workloads ausgetauscht, anstatt nur zwischen Büros an festen geografischen Standorten. Dennoch spiegeln viele Netzwerkstrategien von Unternehmen immer noch Annahmen aus einer Zeit wider, in der Netzwerke in erster Linie dazu dienten, Standorte miteinander zu verbinden. Das beginnt sich nun zu ändern. Bei der Zukunft der Unternehmenskonnektivität geht es weniger um die Verbindung von Standorten als vielmehr um die sichere Verbindung von Identitäten, Anwendungen, Geräten und Daten – ganz gleich, wo diese sich gerade befinden.
SD-WAN legte den Grundstein
In den letzten zehn Jahren hat SD-WAN die Unternehmensnetzwerke grundlegend verändert. Durch die Einführung einer zentralisierten Verwaltung, anwendungsorientiertem Routing und grösserer Flexibilität über verschiedene Netzwerktransportwege hinweg ermöglichte es Unternehmen, traditionelle WAN-Architekturen zu modernisieren und gleichzeitig die Leistung, Ausfallsicherheit und betriebliche Effizienz zu verbessern.
Für viele Unternehmen bleibt SD-WAN eine entscheidende Grundlage ihrer Konnektivitätsstrategie. Doch die Umgebungen, die es unterstützt, haben sich weiterentwickelt. Anwendungen sind über die Unternehmensrechenzentren hinausgewachsen. Mitarbeiter arbeiten über Standorte, von zu Hause und an Kundenstandorten hinweg zusammen. Cloud-Dienste sind geschäftskritisch geworden. KI schafft völlig neue Muster des Datenflusses, wobei Workloads über Cloud-, Edge- und Unternehmensumgebungen verteilt sind. So wie sich die Unternehmenskonnektivität und der Datenfluss weiterentwickeln, muss sich auch die Architektur weiterentwickeln, die sie unterstützt.
Von der Vernetzung von Standorten zur Vernetzung von Identitäten
Herkömmliche Unternehmensnetzwerke basierten auf vertrauenswürdigen Standorten. Waren Nutzer mit dem Unternehmensnetzwerk verbunden, galten sie in der Regel als vertrauenswürdig. Sicherheit und Konnektivität waren eng mit dem Netzwerkperimeter verknüpft.
Die heutige Realität sieht ganz anders aus.
In verteilten Umgebungen sagt der Standort eines Nutzers, einer Anwendung oder einer Workload nur sehr wenig darüber aus, ob Zugriff gewährt werden sollte. Stattdessen wird die Identität zur neuen Grundlage für die Konnektivität in Unternehmen. Moderne Architekturen überprüfen Nutzer, Geräte und Workloads, bevor vertrauenswürdige Verbindungen hergestellt werden. Zugriffsentscheidungen basieren auf Identität, Gerätestatus und Kontext und nicht mehr allein auf dem physischen Standort.
Dies spiegelt den allgemeinen Wandel hin zu Zero Trust wider, bei dem Netzwerk und Sicherheit zusammenwirken, um einen sicheren Zugriff zu ermöglichen – unabhängig davon, wo sich Nutzer, Geräte oder Anwendungen befinden. Das Ergebnis ist ein Unternehmensnetzwerk, das besser auf die heutigen Arbeitsabläufe von Organisationen abgestimmt ist.
Unternehmenskonnektivität wird zu einer architektonischen Entscheidung
Da Unternehmen immer dezentraler werden, erweitern sich die ihnen zur Verfügung stehenden architektonischen Optionen kontinuierlich. SD-WAN bleibt für viele Unternehmensnetzwerke ein wesentlicher Baustein. Gleichzeitig erweitern identitätsorientierte Netzwerke, Zero-Trust-Architekturen und Cloud-native Konnektivitätsansätze die Möglichkeiten von Unternehmen, sichere und flexible Konnektivität bereitzustellen.
Dabei geht es nicht darum, bestehende Netzwerkinvestitionen zu ersetzen, sondern sie zu erweitern. Unterschiedliche Geschäftsumgebungen erfordern unterschiedliche architektonische Ansätze. Globale Unternehmen mit komplexen Filialnetzwerken, strengen Compliance-Anforderungen oder anspruchsvollen Anforderungen an das Traffic-Engineering werden möglicherweise weiterhin stark auf SD-WAN und ausgereifte SASE-Architekturen setzen. In anderen Umgebungen stehen möglicherweise cloud-native Abläufe, eine schnelle Bereitstellung oder identitätsgesteuerte Konnektivität für bestimmte Benutzer, Anwendungen oder Workloads im Vordergrund.
Die Frage ist nicht mehr, welche Technologie besser ist, sondern welche Kombination von Funktionen die Geschäftsstrategie des Unternehmens am besten unterstützt.
Warum dies für Unternehmen wichtig ist
Für CIOs geht es bei diesem Wandel um weit mehr als nur um Netzwerktechnologie.
Die Unternehmenskonnektivität bestimmt heute, wie schnell neue Standorte ans Netz angeschlossen werden können, wie sicher Mitarbeiter und Partner zusammenarbeiten, wie effektiv Cloud-Anwendungen funktionieren und wie widerstandsfähig digitale Abläufe bleiben, während sich Unternehmen weiterentwickeln.
KI verstärkt diesen Trend noch weiter. Da KI-Workloads zunehmend verteilt werden, bewegen sich Daten nicht mehr nur zwischen Nutzern und Anwendungen. Sie fliessen zunehmend zwischen Cloud-Umgebungen, Geschäftssystemen, Edge-Standorten und KI-Diensten. Das stellt neue Anforderungen an die Unternehmenskonnektivität – nicht nur in Bezug auf die Leistung, sondern auch auf Sicherheit, Transparenz und operative Kontrolle.
Bei der Konnektivität geht es nicht mehr nur darum, Datenverkehr von einem Standort zum anderen zu leiten. Es geht darum, sichere, intelligente Interaktionen im heutigen verteilten digitalen Ökosystem zu ermöglichen.
Die Zukunft der Unternehmensvernetzung
Die Unternehmensvernetzung tritt in eine neue Phase ein.
SD-WAN bleibt für viele Unternehmensnetzwerke ein unverzichtbarer Baustein. Gleichzeitig verändern identitätsorientierte Netzwerke, Zero-Trust-Architekturen und Cloud-native Ansätze die Art und Weise, wie Unternehmen ihre Vernetzung gestalten.
Für die meisten Unternehmen wird die Zukunft nicht dadurch bestimmt, dass sie sich für einen Ansatz gegenüber einem anderen entscheiden. Sie wird vielmehr durch die Gestaltung der richtigen Architektur bestimmt – durch die Kombination von SD-WAN, SASE, Zero Trust und identitätsorientiertem Networking entsprechend den geschäftlichen Anforderungen. Während sich Unternehmen auf stärker verteilte Betriebsabläufe und die nächste Generation KI-gestützter Dienste vorbereiten, wird Konnektivität zu mehr als nur einer Netzwerkinfrastruktur. Sie wird zu einer strategischen Geschäftsfähigkeit.
Erfolgreich werden jene Unternehmen sein, die ihre Konnektivität nicht nur darauf ausrichten, Standorte miteinander zu verbinden, sondern alles sicher zu vernetzen, was den Geschäftsbetrieb ermöglicht – Menschen, Anwendungen, Geräte und Daten.
Sind Sie bereit für den nächsten Schritt?
Der Aufbau einer modernen Unternehmensvernetzung erfordert mehr als nur die Verbindung von Standorten. Es bedarf einer Architektur, die Menschen, Anwendungen, Geräte und Daten in der heutigen verteilten Unternehmenslandschaft sicher miteinander verbindet.
Da Unternehmen zunehmend auf Cloud-, KI- und Zero-Trust-Architekturen setzen, besteht die Herausforderung nicht mehr darin, eine einzelne Netzwerktechnologie auszuwählen. Vielmehr geht es darum, eine Architektur zu entwerfen, die Leistung, Sicherheit, einfache Bedienung und langfristige Flexibilität in Einklang bringt.
Die richtige Konnektivitätsstrategie beginnt damit, zu verstehen, wie Ihr Unternehmen heute funktioniert – und wie es sich morgen weiterentwickeln muss. Wenn Sie nach Möglichkeiten suchen, Ihre Unternehmenskonnektivitätsstrategie zu modernisieren, helfen Ihnen unsere Experten gerne dabei, die verschiedenen Optionen zu prüfen und eine Architektur aufzubauen, die Ihr Unternehmen für die Zukunft rüstet.
Bild: Adobe Stock